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Was läuft schief mit Golf in Deutschland?

Was läuft schief mit Golf in Deutschland?

Während meiner Zeit in Deutschland, hatte ich immer das Gefühl, dass es im Vergleich zu den USA oder England nicht genügend Golfspieler gibt. Aber es war nur so ein Gefühl, also beschloss ich, etwas zu recherchieren.

Man braucht, egal in welchem Land, eine hohe Zahl und viele aktive Golfspieler um den Sport lebendig zu halten. Lediglich ein Prozent der deutschen Bevölkerung spielt aktiv während in England acht Prozent und in den USA zehn Prozent regelmäßig spielen.
Deutschland hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken und hat bereits Fortschritte gemacht, vor allem in Bayern. Doch es gibt einfach nicht genug Golfspieler in Deutschland.
In diesem kurzen Artikel betrachten wir die Zahlen und diskutieren mögliche Gründe, warum es vergleichsweise wenige Golfspieler gibt.

1. Kosten/Einkommensniveau

Golf beansprucht Zeit und es ist sicherlich nichts für Menschen, die Probleme haben, finanziell über die Runden zu kommen.

MONEY Jedoch haben Golfspieler in England, den USA und in Deutschland in etwa das gleiche verfügbare Einkommen und die durchschnittlichen Kosten für eine Clubmitgliedschaft in Deutschland (3.400 US-Dollar) liegt ungefähr zwischen den Kosten in den USA (6.250 US-Dollar) und England (1.000 US-Dollar), sodass das nicht der entscheidende Faktor sein kann.

Im Bezug auf Greenfees, müssen die Deutschen tief in die Tasche greifen und 70 US-Dollar für eine Golfrunde am Wochenende ausgeben, fast das Doppelte im Vergleich zu den USA und deutlich mehr als in England. Kann das die Menschen vom Spielen abhalten? Sicherlich ist das nicht der einzige Grund, aber Teil des Problems.

(in US-Dollar) Deutschland England USA
Durchschnittseinkommen der Golfer 90000 60000 95000
Durchschnittliche Kosten einer Clubmitgliedschaft 3400 1000 6250
Durchschnittliche Kosten für Greenfees 70 54 40
Kosten einer Mitgliedschaft relativ zum Einkommen 0,3 Prozent 0,1 Prozent 0,6 Prozent

2. Verfügbarkeit von Golfplätzen 

Vielleicht liegt es an der Schwierigkeit, eine Startzeit auf einem nahe gelegene Golfplatz zu bekommen?
In England und den Vereinigten Staaten liegt die Einwohnerzahl pro Golfplatz bei 20.000 während es in Deutschland 115.000 sind. Liegt es also daran, dass es einfach nicht genug Golfplätze gibt? Eigentlich nicht wirklich. Wenn man bedenkt, dass nur ein Prozent der Deutschen Golf spielt, kann man davon ausgehen, dass nur 1.150 Golfspieler auf einen Platz kommen (etwa 2.000 Golfer pro Platz in den USA) Es hat sich gezeigt, dass mindestens 4.000 Golfspieler im Einzugsgebiet ( im Umkreis von 16 Kilometern) eines Golfplatzes leben müssen, damit dieser rentabel ist. Aus dieser Perspektive betrachtet, könnte man denken, es gibt in Deutschland schon viel zu viele Plätze.
Das stimmt jedoch nicht, denn viele Golfclubs lassen Gäste am Wochenende nicht auf den Platz. Aus meiner Sicht ist das ein entscheidender Grund dafür, dass nicht mehr berufstätige Golfer am Wochenende spielen. Man könnte wirklich den Eindruck bekommen, die Clubs interessieren sich nicht ob Golf in Deutschland überlebt, sondern wollen nur unter sich bleiben und ‘Außenstehenden’ den Zugang erschweren. Keine gute Zukunftsperspektive.


3. Geographie/ Wetter

Liegt es am Klima? Zu kalt? Zu regnerisch? Ich denke nicht. Im Vergleich zu England gibt es in Deutschland weniger Regentage und Schweden hat, obwohl es dort kälter ist, einen höheren Prozentsatz.

Beach

4. Das Image in Deutschland

Also muss es etwas mit den Menschen zu tun haben. Die Deutschen mögen Golf einfach nicht so gerne. Wenn das stimmt, warum? Es liegt am Image von Golf und den Golfspielern in Deutschland.

Aristocracy

Die Menschen denken im Allgemeinen, Golf ist eine Sportart für Ältere und nicht für eine breite Öffentlichkeit. Ich kann gar nicht mehr sagen wie oft ich folgenden Spruch gehört habe „ Vielleicht versuche ich es später, wenn ich in Rente bin.“ Also ist es definitiv ein Faktor. Also nehmen wir an, der Deutsche Golfverband würde eine Gruppe junger, kreativer Marketing-Gurus beauftragen, um dieses Image zu ändern. Plötzlich würden viele Menschen auf die Golfplätze strömen, um unbedingt zu dieser neuen Bewegung zu gehören, die die Nation begeistert. Was würde passieren? Der Empfangsmitarbeiter würde den Fremden in T-Shirt und Jeans wahrscheinlich misstrauisch ansehen und sagen „Wo ist Ihre Platzerlaubnis?“ Um Golf zu spielen braucht man eine theoretische und praktische Prüfung. Gewöhnlich in Kombination mit PGA-Stunden. Ich schätze, 90 Prozent der potentiellen Golfer würde in diesem Moment aufgeben. Wie Stefan Maiwald in einem Artikel eines Golfmagazins richtig vorschlug: „ Die Hemmschwelle muss verringert werden. Und die Bürokratie den Steuerbehörden überlassen werden“

5. Schlussfolgerungen

Es gibt mehrere Faktoren, die den aktuellen Status des Golfsports in Deutschland erklären könnten und auch, dass die Zukunft nicht rosig aussieht. Die absoluten Zahlen werden im Vergleich zu England und den USA relativ niedrig bleiben. So lange Golf spielen kompliziert bleibt und spezielle Tests und Lizenzen erfordert, wird es nie zu einem Massensport werden. Einige Menschen werden den Status quo bevorzugen. Doch wenn wir eine große Golfnation werden wollen, können wir nicht so weitermachen wie bisher.

DangerGOLFEinige private und exklusive Golfclubs können bestehen bleiben, aber der Großteil sollte seine Türen öffnen und jeden Willkommen heißen. Diese veränderte Einstellung sollte mit der Abschaffung von unnötiger Bürokratie einhergehen. Lasst uns den Fokus auf das Spielen legen und die Allüren der Exklusivität ablegen.

 

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